Katja Weitzel beim OB-Duell: Pragmatisch das Mögliche im Blick haben

Veröffentlicht am 21.03.2011 in Wahlen

Bürgerfragen: Von der Schülerbeförderung über den Sportunterricht bis zu wünschenswerten Großprojekten wie Schwimmbad oder Stadthalle reichten die Themen

Wertheim. Sachlich und fair war die rund zweieinhalbstündige Vorstellungsrunde der beiden Kandidaten zur Wahl des Oberbürgermeisters am Freitagabend in der Main-Tauber-Halle. So blieb Moderator Wolfgang Stein, Vorsitzender des Wahlausschusses, eher die Funktion des Ansagers als die des lenkenden Gesprächsführers. Sowohl der amtierende Oberbürgermeister Stefan Mikulicz als auch seine Mitbewerberin Katja Weitzel unterboten die Zeitvorgaben bei ihrer 20-minütigen Vorstellung und der auf fünf Minuten festgesetzten Schlussrunde, die per Hallenuhr heruntergezählt wurden.
Anders als im Bundestag

Rund 450 Wertheimer hatten sich am Freitagabend auf den Weg gemacht, um sich ihre Kandidaten für den Chefsessel im Rathaus im direkten Vergleich anzuschauen. Ganz vorn in der ersten Reihe saßen ihre Unterstützer. Anders als im Bundestag hatten sich die der SPD-Frau vom Podium aus gesehen rechts, die des CDU-Mannes auf der linken Seite postiert.

In den Reden der Bewerber (siehe Berichte unten auf der Seite) war das zu hören, was sie bereits während ihres laufenden Wahlkampfs propagiert hatten. Der OB legte dar, was in seiner zu Ende gehenden Legislaturperiode auf den Weg gebracht wurde: Stadtentwicklung, familienfreundliche Stadt, Schul- und Sporthallensanierungen, Unternehmensansiedlungen. Und er betonte, dass er und seine Familie in Wertheim ein echtes Zuhause gefunden hätten. Katja Weitzel stellte als Herausforderin zunächst ihren persönlichen Werdegang dar, um dann zu erläutern, dass sie ihre Aufgabe in Wertheim als Gestalterin mit einem offenen Ohr für die Bürger sieht. Die Beteiligung der Menschen vor Ort bei allen Großprojekten stellte sie bei allen Abwägungen ökonomischer Art in den Mittelpunkt.

Offen für die Bürger

Doch auch Stefan Mikulicz betonte bei seinen Antworten auf die Fragen der Zuhörer immer wieder, dass seine Tür im Rathaus für die Bürger immer offen stehe. Zudem habe er einen Bürgerbeauftragten für eine bessere Kommunikation zwischen Verwaltung und Einwohnern geschaffen.

Die Themen der Bürger in den drei Fragerunden befassten sich mit ganz unterschiedlichen Bereichen. Monierte einer, dass auf dem traditionell nicht in den Wahlkampf einbezogenen Marktplatz plakatiert worden sei, ging es einem Lehrer am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium um die Sicherung des Sportunterrichts. Die Einbeziehung der Main-Tauber-Halle sei zwar gut gemeint, doch sei diese aufgrund von Veranstaltungen in den Wintermonaten zu einem Drittel der Zeit nicht nutzbar.

Stefan Mikulicz räumte hier ein, dass die Halle am DBG saniert werden müsse, damit sie dem Schulsport zugute kommt. Dieses Projekt müsse aber in Zusammenhang mit dem Schwimmbad gesehen werden, das auch einer Sanierung bedürfe. Bei beiden Projekten gelte es, sich zusammenzusetzen und Lösungen zu finden, die in der mittelfristigen Finanzplanung zu realisieren seien.

Ähnlich pragmatisch gab sich Herausforderin Katja Weitzel. Sie versprach keine neuen Vorhaben, sondern präsentierte sich realistisch. Bei der Frage der Anbindung von Stadtteilen durch öffentliche Verkehrsmittel, sagte sie zwar zu, dass sie sich versuchsweise den Aufbau eines kleinen Stadtverkehrs vorstellen könne. Die Frage aber, ob Wertheim sich das leisten könne und wolle, müsse auch beantwortet werden. Ähnlich wie der amtierende OB plädierte sie für kleine, machbare Lösungen, die ohne große Mehrkosten eine Verbesserung brächten.
Schüler in Busse gepfercht

Das Thema Schulbusverkehr rief Eltern auf den Plan. So wurde moniert, dass die Busse aus Freudenberg und auch von Ortschaften auf der Höhe in Richtung Wertheim restlos überfüllt seien, die Kinder in die Busse hineingestopft würden und manche gar nicht mehr mitgenommen werden könnten. "Es ist leichtfertig und verantwortungslos, so mit jungen Menschen umzugehen", empörte sich eine Mutter.

Stefan Mikulicz reagierte betroffen und fragte, warum das Thema erst jetzt angesprochen werde. Schließlich stünde seine Tür offen. Er versprach, sich des Themas anzunehmen. Katja Weitzel informierte aus rechtlicher Sicht: Die Anzahl der Schüler in einem Bus spiele keine Rolle, sondern ausschließlich das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeugs. "Bei Viehtransporten gelten andere Regeln", meinte sie. Dem Vater, dessen Kinder bereits zwei Mal ausgesetzt wurden, riet sie, eine solche Beschwerde öffentlich zu machen.

Neuen Großprojekten wie Spaßbad oder Stadthalle erteilten letztlich beide Kandidaten eine Absage. Das sei ohne Investoren nicht darstellbar, lautete die Ansage. Auch darüber, dass die Stadt für Tourismus und Bewohner weiter an Attraktivität gewinnen müsse und auch in den Abendstunden mit Leben erfüllt werden solle, herrschte Einigkeit. Auf die Feststellung, dass das Unternehmen "Kaufland" viele Leiharbeiter auf Dauer beschäftige und die Frage, warum die Stadt so etwas nicht im Vorfeld prüfe, wurde auf unternehmerisches Handeln verwiesen. Das sei kein kommunalpolitisches Thema.

Aus:
Fränkische Nachrichten 21.03.2011
(Heike von Brandenstein)

 
 

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