Zum Teil gab es heftige Diskussionen / Rund 70 Interessierte kamen ins Kulturhaus / Schönig kritisierte Förderpolitik des Landes

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Zum Teil gab es heftige Diskussionen / Rund 70 Interessierte kamen ins Kulturhaus / Schönig kritisierte Förderpolitik des Landes
Der eine warb mit Leidenschaft für den "Wertheimer Weg", andere beschrieben leidvolle Erfahrungen und warnten vehement davor, dass die auch in Wertheim bevorstehen könnten. Rund drei Stunden lang wurde am Dienstagabend im Kulturhaus bei der zweiten Kommunalen Werkstatt des SPD-Ortsvereins über die "Zukunft des Wertheimer Krankenhauses" diskutiert.
Teilweise heftig und offen geriet man aneinander, als es um die vorerst geplatzte Fusion von Städtischem und Kreiskrankenhaus und die Rolle der handelnden Akteure dabei ging (siehe auch weiteren Artikel). "Das Thema treibt die Menschen in der Stadt und in der Region um", stellte SPD-Ortsvereinsvorsitzender und Stadtrat Patrick Schönig eingangs vor rund 70 Interessierten fest. Er kritisierte die "völlig irrationale Förderpolitik des Landes", die "ein Haus im Landkreis gegenüber anderen überproportional bevorzugt".
Schönig blickte zurück auf über ein Jahr Diskussion um eine Fusion mit dem Kreiskrankenhaus Tauberbischofsheim, für die sich die SPD in Wertheim und im Kreis klar ausgesprochen habe und die nun auf Eis zu liegen scheine.
"War das nötig? Wurde da möglicherweise eine Chance vertan?" fragte Schönig. Er ging auch darauf ein, dass der Gemeinderat sich parallel für ein strukturiertes Bieter- und Interessensbekundungsverfahren ausgesprochen habe, das nun vor dem Abschluss stehe. "Gesundheit ist keine Ware, und zumindest im Bereich der Akutversorgung ist der Patient auch kein Kunde", so Schönig.
Eine Gesundheitsversorgung auf hohem medizinischem Niveau gegenwärtig und auch zukünftig, "das ist das, was alle wollen und was alle von uns erwarten", stellte Bürgermeister Wolfgang Stein fest, um dann in knapp 50 Minuten den Weg darzustellen, der zu dem Punkt geführt hat, an dem man nun steht. Deutlich und unmissverständlich zeigte er die unterschiedliche Sicht- und Herangehensweise von Land, Landkreis und Stadt an die Problematik auf. Stein betonte auch, dass die Überlegungen für eine Fusion "von Wertheim ausgegangen sind, da lege ich Wert darauf".
In Wertheim habe man aber schon jetzt weit mehr als die Grund- und Regelversorgung, das wolle man behalten und ausbauen. Folge man aber den Überlegungen von Land und Landrat, "dann soll das wegfallen". In einem Wachstumsmarkt zu schrumpfen, sei "das Tödlichste, was es gibt". Die Fusionsgespräche seien eingestellt worden, weil es von Seiten des Landrates weder eine Akzeptanz für das Wertheimer Konzept des Wachsens gebe, noch eine Finanzierung der notwendigen Investitionen aufgezeigt werden konnte.
Neubau notwendig
An einem Neubau des Krankenhauses kommen wir nicht vorbei, und den können wir alleine nicht finanzieren", so Stein zu der Notwendigkeit, einen strategischen Partner mit einzubeziehen. Eine strategische Partnerschaft bedeute, dass die Stadt auch weiterhin Mitsprache und Vetorecht habe, wenn es um die Änderung des Versorgungsauftrages, eine Schließung oder Verlagerung von Abteilungen, die Schließung des Krankenhauses selbst oder die Gründung eines Medizinischen Versorgungszentrums gehe.
Alle verbliebenen Interessenten seien bereit, den Ausbau der medizinischen Kompetenzen und Schwerpunktbildung, den Neubau eines Krankenhauses in Wertheim, die Arbeits- und Ausbildungssicherheit und die Anbindung von Fachärzten am Krankenhaus mitzutragen. Und alle hätten, nach Abschluss des Verfahrens in Wertheim, weitere Gesprächsbereitschaft mit Tauberbischofsheim signalisiert. Ohne einen Neubau sei die Betriebssicherheit des Krankenhauses in Wertheim ab spätestens 2015 nicht mehr gewährleistet mit der Gefahr, dass die Klinik dann geschlossen werden müsse, rief der Bürgermeister eindringlich dazu auf, den eingeschlagenen Weg mitzugehen.
"Wir haben uns das nicht leichtgemacht und jeden Schritt wohl abgewogen. Das Jahr 2015 ist nicht mehr weit." Ein neues Krankenhaus solle, nach dem Willen der potenziellen Partner, bis 2013 stehen. "Das ist eine Perspektive."
Zum ersten Mal trat an diesem Abend das kürzlich gegründete "Gesundheitsbündnis Wertheim" an die Öffentlichkeit, dem 50 niedergelassene Ärzte angehören und bei dem auch die Gesellschaft der Förderer und Freunde des Krankenhauses Wertheim assoziiert ist.
Als Ziele des Bündnisses formulierte Dr. Stefan Seibold als einer der Sprecher die Sicherstellung und Verbesserung der Gesundheitsversorgung der Wertheimer Bürger durch Erhalt des Krankenhauses und den Ausbau der bestehenden ambulanten und stationären Versorgungsstrukturen, die Wahrung der Interessen der Wertheimer, in dem die Entscheidungsfähigkeit weiterhin in deren Hand verbleibt und auch den Erhalt der Wertschöpfung sowie die Wahrung der Arbeitnehmerinteressen.
Gesundheitsbündnis Wertheim
Es dürfe "keine Gewinnabschöpfung durch Kapitalgesellschaften" geben. Ein Neubau sei für die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung erforderlich. Als wichtiger als die Antwort auf die Frage, wer die Klinik baue, bezeichnete Seibold aber die, wer sie betreibe. Eindringlich warnte er davor, private Betreiber mit ins Boot zu nehmen und schilderte seine Erfahrungen aus Aufenthalten in den USA.
Mit Zitaten eines Vorstandsvorsitzenden eines privaten Klinikbetreibers untermauerte Dr. Stefan Seibold seine Mahnung. Wenn es denn schon einen Partner geben müsse und das Wertheimer Krankenhaus nicht in kommunaler Trägerschaft verbleiben könne, dann rate das Wertheimer Gesundheitsbündnis zu einer gemeinnützigen Organisation.
Was passieren kann, wenn bislang kommunale Kliniken privatisiert werden, schilderten Dr. Bernhard Decke und Dr. Reinfried Galmbacher, Ärzte und Kommunalpolitiker aus dem Landkreis Miltenberg. Gleich zu Beginn nach der Übernahme durch die Rhön-Klinikum AG seien Mitarbeiter entlassen, die Patientenversorgung ausschließlich nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten ausgerichtet worden.
Die Qualität der Versorgung im klinischen Bereich sei, bezogen auf die Kranken, "extrem abgesunken". Man sei im Landkreis Miltenberg "Ihnen um vier bis fünf Jahre voraus. Wenn ein Privater kommt, werden Sie das Gleiche erleben", wurde gewarnt.
entnommen aus:
Fränkische Nachrichten (Wertheim)
13.11.2008
ek
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