Resümee Eingemeindungen und deren Zukunft

Veröffentlicht am 22.07.2022 in Kommunalpolitik

Die SPD Wertheim machte am Sonntag im Löwengarten Bestenheid eine Veranstaltung, Inhalt war die Gebietsreform und Kommunalpolitik in Wertheim von der Eingemeindung bis heute und Blick in die Zukunft.

Nach der Begrüßung von Thomas Kraft, Vorsitzender des Ortsvereins folgte der erste von mehreren gelungenen Liedbeiträgen von Emma Kraft und Simon Kraft.

 

Markus Herrera Torrez, Oberbürgermeister der Stadt Wertheim und SPD-Mitglied,

bewertete die Gebietsreform aus heutiger Sicht als den einzigen richtigen Weg, auch wenn es dafür nicht nur Befürworter gegeben habe.

 

Mehr als zwei Drittel seiner bisherigen Amtszeit seien bestimmt worden von den Auswirkungen einer Pandemie. Und seit Februar werde die Gewissheit einer europäischen Friedensordnung ebenfalls erschüttert. Die Folgen seien noch nicht abzusehen, stark steigende Energiekosten machten Privathaushalten oder Gewerbe zu schaffen und belasteten die Stadt.

 

Herrera Torrez unterstrich, dass es die Menschen gewesen seien, welche diese Stadt entwickelt hätten und so werde es auch in den nächsten 50 Jahren sein. Folgerichtig ging er der Frage nach, welche Menschen denn hier in Zukunft leben werden. Er beantwortete seine Frage mit „Einheimische, Zugezogene aus überteuerten Ballungsgebieten, Geflüchtete und eventuell welche aus weiteren Eingemeindungen bzw. Verwaltungsgemeinschaften“.

 

Der Oberbürgermeister meinte, das Ziel bleibe, ein wenig stetig zu wachsen, für diese Menschen Wohnraum zu schaffen und Arbeitsplätze zu ermöglichen.

 

Herrera Torrez sprach einen Paradigmenwechsel an. Wo es bisher Wachstum zu Lasten der Flächen gebe, sehe er zukünftig Wachstum in der Verdichtung. Die Frage sei auch, ob Arbeitskräfte für die Steigerung der Wirtschaftskraft zu finden seien.

 

Es würden Investitionen in Erziehung und Bildung benötigt, für Gesamt-Wertheim seien dies in diesem Jahrzehnt 100 Millionen Euro. Damit diese Menschen dauerhaft ein gutes Leben führen könnten, bedürfe es des Schutzes der natürlichen Lebensgrundlagen, Wertheim sei auf dem Weg zur Klimaneutralität in den nächsten Jahrzehnten, so Herrera Torrez.

 

Er sprach das soziale Leben und Zusammenleben der 23000 Einwohnern in Kernstadt, Stadtteilen und 15 Ortsteilen an.  Wertheim biete seinen Bewohnern Kultur wie kaum eine Stadt in dieser Größe. Das Vereinsleben würdigte er besonders. Herrera Torrez sagte, er habe die Zukunft Wertheims bewusst aus der Perspektive des Menschen gezeichnet.  Es gehe darum, dass es den Menschen auch in 50 Jahren gut gehe.

 

Thomas Kraft ging in seiner Betrachtung zurück bis zu den Herausforderungen der Nachkriegszeit. In dieser Zeit führte Carl Roth, SPD-Bürgermeister, die Geschicke der Stadt. Anschließend widmete er sich der Zeit der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre, in der es einen großen Drang nach Umbruch und Modernisierung gegeben habe. Um Verwaltungen modernisieren zu können, hätten zuerst die Verwaltungseinheiten Landkreise, Städte und Gemeinden festgelegt werden müssen. In Baden-Württemberg seien aus 63 Landkreisen 35 geworden und aus 3378 Gemeinden wurden 1110.

 

Kraft ging näher auf Einzelheiten des jetzigen Verflechtungsbereiches ein. Die Eingemeindungen hätten Wertheim zum Mittelzentrum aufgewertet und zur großen Kreisstadt gemacht. Herbeigeführt wurde das durch Bürgermeister Karl Josef Scheuermann. Die fairen Verhandlungen und die Garantie für die Rechte der Ortschaften seinen Schlüssel zum Erfolg gewesen. In einem Resümee vor 25 Jahren habe Scheuermann festgestellt, dass die vereinbarten Zusagen eingehalten worden seien.

 

Danach berichteten Zeitzeugen der Eingemeindungszeit von ihren persönlichen Erfahrungen, Patrick Schönig hatte die Moderation übernommen. Sie alle berichteten von subjektiven und objektiven Erfahrungen, erzählten Geschichten aus der Zeit vor Jahrzehnten und lieferten zudem eine Reihe von Anekdoten. Ortschaftsräten und Stadtteilbeiräten leisten wichtige Arbeit. Der Altstadtbeirat brauche mehr Rechte. 

 

Am jeweiligen Ende der Gesprächsdurchgänge ehrte Kraft die SPD-Mitglieder Dr. Günther Heger, Erich Kern, Ingeborg Schulz, Ewald Dosch, Wolfgang Stapf, Heinrich Staubitz und Walter Link für 50 Jahre Mitgliedschaft, Reiner Schwing und Edith Leiß für 40 Jahre.

 

Der SPD Ehrenvorsitzende von Wertheim, Wilfried Dengel, verlass ein Grußwort von Landesvorsitzendem Andreas Stoch, um damit auch Thomas Kraft für 40 Jahre Mitgliedschaft in der SPD zu ehren.

 

Dieser wiederum benannte in seinem Schlusswort die Gebietsreform „ein flächendeckendes Erfolgsmodell“. Und erklärte mit Stolz, dass die Geschicke der Stadt seit der Nachkriegszeit durch Carl Roth, Karl-Josef-Scheuermann und Markus Herrera Torrez überwiegend von Stadtoberhäuptern mit SPD-Zugehörigkeit geleitet wurden. Mit den Worten „sie haben vielen richtig gemacht“, schloss Thomas Kraft die Veranstaltung. 

 

 

SPD Presseservice                                                                            

Verantwortlich: Thomas Kraft

OV Wertheim

Tel. 0170 5537182

 
 

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