Trotz Gewerbegebiet und Autobahn will man in Bettingen bauen

Veröffentlicht am 27.04.2019 in Wahlkampftagebuch

Bettinger Bürger müssen einiges ertragen 

In Bettingen leben zurzeit rund 750 Einwohner. Die Einwohner bringen große Opfer durch das Gewerbegebiet am Almosenberg und durch die Autobahn A3 die in unmittelbarer Nähe der Ortschaft liegt. Trotz alledem wird in Bettingen noch gebaut und die Bauplätze sind rar. Bettingen war die letzte Zeit in den Schlagzeilen, Ansiedlung des Möbeldiscounter Mömax, Erweiterung Gewerbegebiet, Emission und Lichtbelastung, wildes Parken und die Verschmutzung durch Müll in der Umgebung von Bettingen. Ein Großteil der Bewohner der Ortschaft sind bereit dies zu ertragen doch erwartet man dann auch mehr Gegenleistung von der Stadtverwaltung und ein Konzept wie man die negativen Aspekte einschränken kann. All das machten uns die Bettinger Bürger bei unserem Rundgang deutlich.

 

Für die Feuerwehr gibt es keine Sonderstellung

Die Feuerwehr in Bettingen spielt wegen des Gewerbegebietes und der Nähe der A3 eine besondere Rolle. Der Einsatztrupp muss 30 bis 40-mal im Jahr zu Notfalleinsätzen ausrücken. Die Bettinger Feuerwehr hat durch diesen Standort keine Sonderstellung, im Land wird die Wertheimer Feuerwehr als gesamtes gesehen. Es wird eng im Gerätehaus und trotz alledem brauch man ein zweites Einsatzfahrzeug. Das bedeutet der Platz reicht nicht mehr aus und man wünscht sich für die Zukunft einen neuen Standort für ein Gerätehaus. Rund 40 aktive Einsatzkräfte sorgen für die Sicherheit rund um die Ortschaft. Aber auch der Nachwuchs steht in den Startlöchern rund 15 Jungstars sind aktiv, um vielleicht mal den Personalbestand in der Zukunft zu sichern.

 

Die Ortsdurchfahrt lädt zum Rasen ein

Die vorgeschriebene Geschwindigkeit von 50 km/h auf der Ortsdurchfahrt (Hauptstraße) besonders von der Abfahrt L2310 wird oft missachtet, die gerade Strecke scheint wohl förmlich dazu einzuladen auf diesen Straßenabschnitt zu rasen. Auch in den „30er Zonen“ wird oft die Geschwindigkeit trotz Hindernisse missachtet. Für die Anwohner welche zum Beispiel mit ihrem Fahrzeug ihr Grundstück verlassen oder einfach nur die Straße überqueren wollen kann es dann schon mal zu gefährlichen Situationen kommen.

 

Trotz Autobahnnähe will man bauen

Seit der Übergabe des neuen Bauabschnittes im Neubaugebiet sind in 3-4 Wochen sieben neue Häuser entstanden, auch hier sind mittlerweile die Ressourcen erschöpft und ein weiteres Baugebiet ist in Planung. Die Autobahnnähe und das Gewerbegebiet scheinen bei den Bauherren dabei keine Rolle zu spielen. Viele von ihnen sind junge und ehemalige Bettinger die trotz alledem in ihrer Ortschaft leben wollen. Ein Sahnestück für ein weiteres Wohnbaugebiet ist für den Bettinger Ortschaftsrat das Grundstück der ehemaligen Schweizer Stuben. Hier hofft man, dass die Stadtverwaltung ein glückliches Händchen bei den Verhandlungen wie die Zukunft des Grundstückes aussehen wird hat.

 

Erweiterung des Kindergartens läuft

Die letzte Station war die Besichtigung des Kindergartens, die Ortsverwaltung hat die Zustimmung des Gemeinderates zur Erweiterung der Kita sehr begrüßt. Zum Zeitpunkt der Besichtigung war man noch mitten in den Baumaßnahmen, besonders der Außenbereich wo ein Wasserspielplatz entstehen soll hatte noch den Charakter einer Baustelle.

 

Forderungen oder Wünsche der Bettinger

Nach dem Ortsrundgang traf man sich im Sportlerheim, die Bewohner der Ortschaft hatten den Kandidaten unserer Liste einiges mitzuteilen. Man wünscht sich das was die Bettinger durch Lichtemission, Lärmbelastung und Müllproblematik besonders durch das Gewerbegebiet am Almosenberg an Opfer bringen und Einnahmen durch die Gewerbesteuer, die in die Stadtkasse fließen, zu einem höheren Anteil der Ortschaft zugutekommen. Man wünscht sich das Bettingen in der Haushaltsplanung mehr berücksichtigt wird und dass die entstehenden Probleme durch das Gewerbegebiet von der Stadtverwaltung mehr ernst genommen werden. Hier muss ich aber als Stadtrat den Einwand bringen das hier von Seiten der Stadtverwaltung schon einiges getan wurde. Ein Kritikpunkt ist zum Beispiel, dass man bei der Planung der Autobahn von Seiten des Landes den Streckenabschnitt Bettingen nur mit einem Standardbelag versehen hat, hier hätte ein spezieller Belag, welcher den Fahrzeuglärm verringert aufgebracht werden müssen. Nach Aussage von einigen Bettingern hätten wohl die LKW-Fahrer, welche im Parkverbot außerhalb und innerhalb der Ortschaft stehen Narrenfreiheit. Die Forderung ist das vom Ordnungsamt auch nach den Dienstzeiten stärker durchgegriffen wird. Besonders in den Abendstunden und am Wochenende werden die Straßen durch die LKW-Fahrer blockiert.

 

Ein weiteres großes Problem für die Bettinger ist auch die enorme Müllbelastung, auch wenn die Verwaltung hier schon nachgebessert hat, um die Bereiche zu reinigen, ist dies nur ein kleiner Tropfen auf den heißen Stein. Es kommt immer wieder vor das man sich für bestimmte Bereiche nicht zuständig fühlt und gerne die Aufgabe an die Verantwortlichen, welche für den Straßenabschnitt zuständig sind, weiter delegiert. Auch die SPD-Fraktion fordert hier schon seit längeren ein Konzept wie man die Müllproblematik lösen kann, Land und Stadtverwaltung müssen hier gemeinsam an einen Tisch, um Lösungen zu erarbeiten.

 

Ein kleineres Problem ist wohl eine Zusage der Verwaltung, welche den Bettinger Sportverein versprochen hatte, eine gleichwertige Ausgleichsfläche für den alten Sportplatz inklusive einer Flutlichtanlage, welcher nun als Gewerbegebiet erschlossen wurde, zur Verfügung zustellen. Leider ist noch nicht so richtig klar wie der wirkliche Bedarf nach dem jetzigen Nutzungstand für einen neuen Sportplatz ist. Dies scheint wohl der Grund zu sein warum die Stadtverwaltung Wertheim hier noch mal verhandeln will.

  

Ingo Ortel

SPD Wertheim

 
 

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